Der Wert aller produzierten Güter in einer Volkswirtschaft wird mit „Y“ bezeichnet. Zu seiner Ermittlung wird die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung herangezogen, mit deren Hilfe Antworten auf folgende Fragestellungen gefunden werden können:
- Inputrechnung (Wie wurden die Produktionsfaktoren kombiniert?)
- Outputrechnung (Wie wurden die Güter verwendet?)
- Verteilung (Wie wurde der produzierte Wert verteilt?)
- zeitliche und räumliche Aspekte
Unter Wertschöpfung versteht man das, was ein Betrieb den Vorleistungen an Wert hinzufügt. Der Produktionswert ist definiert durch die Vorleistungen zuzüglich der Wertschöpfung.
Im Rahmen der VGR sind die folgenden Formeln ebenfalls wichtig:
- Nettowertschöpfung = Bruttowertschöpfung – Abschreibungen
- Nettobetriebsüberschuss = Nettowertschöpfung – Arbeitnehmerentgelt
- Bruttobetriebsüberschuss = Bruttowertschöpfung – Nettoproduktionsausgaben – Arbeitnehmerentgelt
- Nettobetriebsüberschuss (2) = Bruttobetriebsüberschuss – Abschreibungen
Das statistische Bundesamt erstellt regelmäßig Statistiken, die die Wertschöpfung in der Wirtschaft darstellen.
Das Bruttoinlandsprodukt umfasst den Wert aller in einer Periode im Inland erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen. Ausländer werden hierbei mit einbezogen. Um ins BIP einzugehen,müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
- Produktionstätigkeit (d.h. keine Umverteilung)
- Verkauf über Märkte (Bewertung über Marktpreise, außer bei selbsterstellten Anlagen oder staatlicher Wertschöpfung)
- Endprodukt (dem man Vorleistungen abziehen kann)
Man beachte, dass das BIP kein Wohlstandsindikator ist, sondern lediglich die Erfassung der wirtschaftlichen Leistung (genauer gesagt: Marktleistungen; wenn jemand zu Hause seinen Gartenzaun selbst repariert, dann wird diese Leistung nicht mit ins BIP eingehen).
Bei der Ermittlung des Bruttoinlandsprodukts treten vor allem Probleme bezüglich der Datenherkunft (die Daten beruhen auf Sekundärstatistiken, d.h. die sie wurden ursprünglich für einen anderen Zweck erhoben), der Erfassung (Untergrundwirtschaft, Eigenleistungen, Probleme beim zeitlichen Vergleich), der Bewertung (immaterielle Güter) oder der Lebensqualität (sie bleibt Außen vor, z.B. Arbeitszeiten, externe Effekte wie Umweltverschmutzung durch Produktion oder die Verteilung des BIP).
Ferner lässt sich in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung das Bruttonationaleinkommen (BNE) betrachten; es beziffert die Produktion aller Inländer. Das BNE errechnet sich aus dem BIP zuzüglich des Faktoreinkommens aus dem Ausland (Exporte) abzüglich der Faktorströme in das Inland (Importe). Das Nettonationaleinkommen schließlich berechnet sich (wie der Nettobetriebsüberschuss) aus dem Bruttonationaleinkommen abzüglich der Abschreibungen.
Die Dritte relevante Größe in diesem Kontext ist das Volkseinkommen (VE), errechnet aus dem Nettonationaleinkommen zuzüglich Subventionen abzüglich Produktions- und Importabgaben.
Bei den betrachteten Größen kommt es letztlich auf die Verteilung an (vgl. Fragestellungen der Makroökonomik „Wie wird der Wohlstand verteilt?“): Unter einer funktionellen Verteilung versteht man die Verteilung nach Einkommensentstehung. Das heißt: Volkseinkommen = Arbeitnehmerentgelt + Unternehmenseinkommen. Nach der funktionellen erfolgt die personelle Verteilung; sie betrachtet ausschließlich die Verteilung auf die Haushalte:
Die primäre personelle Verteilung ist die funktionelle Verteilung auf die Haushalte (= Arbeitnehmerentgelt), während die sekundäre personelle Verteilung durch den Abzug von Steuern und Sozialabgaben entsteht.
Wie kann man die Verteilung des Volkseinkommens messen? Mit der Lorenzkurve und dem Gini-Koeffizienten.
Für die Lorenzkurve zeichnet man ein kartesisches Koordinatensystem (x= Haushalte, y= Einkommen) mit 0<x=y<1. Die Haushalte werden ihrem Einkommen entsprechend aufgereiht und der Anzahl der Haushalte wird der Anteil des Einkommens zugeordnet, das insgesamt auf sie entfällt. Es liegt also Nahe, dass die Summe aller Haushalte und die Summe aller Einkommen jeweils Eins ergeben werden. Wenn alle Haushalte gleichviel Einkommen erhalten, dann entspricht die Lorenzkurve der Gleichverteilungsgeraden (= Winkelhalbierenden des ersten Quadranten). Um nun den Grad der Ungleichverteilung zu bestimmen, zieht man den Gini-Koeffizienten zu Rate: Gini = A / (A+B) = 1- 2B.
Ist A = 0, herrscht absolute Gleichverteilung (Gini = 0). Ist B = 0, herrscht absolute Ungleichverteilung (Gini = 1).
