Steuerungssysteme in der Logistik

10 März 2009 von Julian Kommentieren »

Die Steuerungssystemwahl für das Management der Wertschöpfungskette wird meist aus der Unternehmensstrategie abgeleitet; häufig anzutreffen sind das Push-Prinzip, das Pull-Prinzip sowie die Zyklusbetrachtung:

Beim Push-Prinzip werden Güter ohne konkrete Nachfrage auf den Markt gebracht (vom Hersteller ausgelöst). Vorteile sind große Produktionslinien und voll ausgelastete Transporteinheiten. Nachteile können hohe Bestandskosten und Absatzrisiko sein.

Beim Pull-Prinzip hingegen wird die Logistikkette von ihrem Ende aus gestartet, was traditionell bei hochwertigen Investitionsgütern der Fall ist. Die Vorteile hier sind eine signifikante Reduktion der Bestandskosten und ein reduziertes Absatzrisiko, während der Kunde allerdings lange Lieferzeiten und höhere Kosten für die geringen Sendungsmengen ertragen muss.

Um die Verfügbarkeit beim Pull-Prinzip zu verbessern, werden heutzutage intelligente Prognoseverfahren eingesetzt.

Die Zyklusbetrachtung betrachtet Zeitspannen:

  1. Procurement (Beschaffungszyklus)
  2. Manufacturing (Produktionszyklus)
  3. Replenishment (Warenversorgungszyklus)
  4. Customer Order (Kundenauftragszyklus)

Ist das „richtige“ Steuerungsverfahren gewählt, stellt sich als nächste die Frage der Systemführerschaft: Wer übernimmt die die Steuerungshoheit der Logistikkette oder des Netzwerks?

Kooperative Steuerungen führen in der Regel zu suboptimalen Ergebnissen – in der Praxis zwängt der mächtigere Partner dem anderen seine Systemführerschaft auf.

Die ist zum Beispiel zu zwischen dem Großhandel und dem Logistikdiensleister zu beobachten, wo Systeme wie Just in Time (JIT) und Just in Sequence (JIS) eingeführt wurden, die für den Großhandel Vorteile erzeugen, für den Logistikdienstleister jedoch Zeitaufwand und damit Kosten bedeuten.

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