Materialflusstechnik

26 April 2009 von Julian Kommentieren »

Material im wesentlichen Sinne fließt von Unternehmen zu Unternehmen. Ein Ziel der Logistik ist es, diesen Fluss zu erhalten – gelagert wird primär nur sehr ungern.

Dennoch gibt es eine Vielzahl von Gründen für das Errichten von Lägern, beispielsweise Größendefressionseffekte (wirtschaftliche Losgrößen, Reduzierung von Rüstzeiten), den Ausgleich von saisonalen Schwankungen im Absatzverhalten, die Sicherstellung der Auslastung kostenintensiver Produktionsanlagen oder aber auch ganz andere Aspekte wie z.B. das Lagern zwecks der Reifung von Produkten (Obst) oder aber Kommissionierung etc..

Um aber den Fluss der Dinge zu ermöglichen, bedarf es einer Technik deren Ziel die Verkürzung bzw. Optimierung der Durchlaufzeit, die Organisation und natürlich der Informationsfluss ist – Man nennt diese Technik demnach Materialflusstechnik.

Die Materialflusstechnik ist aufgespalten in drei Aufgabengebiete, nämlich den Materialfluss (inkl. Personenfluss) selbst, den Informationsfluss (vorauseilend oder begleitend) und die Organisation.

Vorauseilender Informationsfluss geht vom Kunden aus (eine Bestellung wird aufgegeben, Informationen werden verarbeitet); begleitender Informationsfluss ist dann derjenige, der sich mit den Gütern bewegt. Mittlerweile ist der Informationsfluss eigentlich wichtiger geworden als der Materialfluss selbst, da er als Prämisse agiert: Ohne funktionierenden Informationsfluss kann der Materialfluss keinesfalls optimiert und „fließend“ ablaufen (ERP Systeme – Enterprise Resource Planning – helfen hierbei)

Organisation letztlich unterteilt sich in Aufbau- und Ablauforganisation (Aufbauorganisation: Wer macht was? / Ablauforganisation: Wie wird es gemacht?) – gerade hier gibt es noch massive Potentiale auszuschöpfen.

Die Aufgaben der Materialflusstechnik beinhalten Themengebiete wie Lagerhaltung, Lagertechnik, Fördertechnik, Kommissionier- und Handhabungssysteme etc.

Man unterscheidet innerbetrieblichen Materialfluss (Intralogistik) von externem Materialfluss (Extralogistik). Die Aktionen innerhalb des Materialflusses nennt man Transformationsprozesse, d.h. Änderungen von Zeit, Menge, Ort, Zusammensetzung oder Qualität während des Materiaflusses mittels diverser Operatoren (d.h. Arbeitsmittel).

Diese Materialflussoperationen sind namentlich:

  •  Verpacken, Montieren, Bearbeiten (Änderung v. Zusammensetzung, Wert, Gestalt)
  • Prüfen
  • Lagern, Puffern (Änderung der Zeit)
  • Fördern, Transportieren (Ort)
  • Handhaben (Lage, Ort)
  • Umschlagen (Lage, Ort)
  • Bilden v. Ladeeinheiten (Menge)
  • Kommissionierung (Sorte, Menge, Ort)

Das Ziel letztlich ist nicht nur ein optimierter Materialfluss innerhalb des eigenen Unternehmens, sondern auch ein optimierter Materialfluss entlang der gesamten Wertschöpfungskette: In Zeiten der Globalisierung kommt es immer häufiger zu Konkurrenz zwischen Netzwerken, nicht mehr zwischen einzelnen Unternehmen. Es ist logisch, dass man nur dann effizienter als Wettbewerber sein kann, wenn die gesamte Lieferkette besser arbeitet als die der anderen Marktteilnehmer.

Prinzipiell zielt einmal mehr alles auf die sog. „6 R’s der Logistik“ ab: Das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Zusammensetzung in der richtigen Qualität zum richtigen Preis.

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