Die Makroökonomie beschäftigt sich mit gesamtwirtschaftlichen Systemen und fungiert als Orientierungshilfe für Arbeitnehmer, Unternehmer und politisch Interessierte. Die folgenden Fragestellungen können mit Hilfe der Makroökonomie beantwortet werden:
- Wie kann man den Wohlstand einer Gesellschaft messen?
- Wie entsteht Wohlstand?
- Wozu wird er verwendet?
- Wie hängen Verwendung, Entstehung und Verteilung zusammen?
Zur Beantwortung der Fragen werden Modelle herangezogen. Modelle sind vereinfachte Darstellungen der Realität. Sie sollen die Haupteigenschaften eines Gegenstands aufzeigen, dafür wird irrelevantes ausgeblendet. Ergo wird so stark vereinfacht, dass auch komplexe Zusammenhänge begreifbar gemacht werden können.
Die Akteure in der Makroökonomik sind die Haushalte, die Unternehmen, der Staat und das Ausland. Sie agieren auf dem Faktormarkt, dem Gütermarkt und dem Finanzmarkt. Auf dem Finanzmarkt stellen die Haushalte Produktionsfaktoren zur Verfügung (Arbeit, Wissen, Kapital, Grund), welche von den Unternehmen und dem Staat konsumiert werden. Die Unternehmen kombinieren die Produktionsfaktoren zu Gütern und vertreiben diese auf dem Gütermarkt, wo die Haushalte wiederum einen Teil ihres Einkommens in Konsum investieren. Der Staat investiert ebenfalls auf dem Gütermarkt. Auf dem Finanzmarkt sparen die Haushalte; sie erhalten darüber hinaus Einkommen vom Staat (z.B. Rente) und Zahlen Abgaben in Form von Steuern. Für die Haushalte setzt sich das Einkommen also aus den Komponenten Konsum, Steuern und Ersparnisse zusammen:
Y = C + S + T (yield = consum + savings + tax)
Die Unternehmen werden auf dem Finanzmarkt von Staat subventioniert, müssen jedoch auch Abgaben Zahlen (z.B. die Körperschaftssteuer). Ihr Einkommen setzt sich aus dem Konsum (von Produktionsfaktoren), den Investitionen (z.B. in neue Maschinerie), den Staatsausgaben (d.h. Subventionen) sowie dem Außenbeitrag (Exporte – Importe) zusammen. Sind die Exporte größer als die Importe, dann ist der Außenbeitrag eine positive Komponente, andererseits eine negative:
Y = C + I + AB + G (yield = consum + Investitionen + Außenbeitrag + government expenditures)
Der Staat verschuldet sich auf dem Finanzmarkt oder zahlt Subventionen. Das Ausland macht sich auf dem Faktormarkt durch Faktorströme zwischen In- und Ausland bemerktbar, auf dem Gütermarkt durch Im- und Exporte und auf dem Finanzmark schließlich, da Geld im Inland gespart wird und sich vom Inland geliehen wird.
Man beachte, dass im Nachhinein S = I immer gültig ist, d.h. dass die Ersparnisse immer genau so groß sind, wie die Investitionen. Wäre S > I, könnten die Unternehmen nicht alles absetzen und müssten ungewollt Lageraufstockungen passieren lassen. Im Falle von S < I würde es an Konsumgütern fehlen und es fände ein Zwangssparen statt bzw. würden Lagerbestände ungeplant abgebaut.
