Grüne Logistik – Wie Ikea mit Teelichtern Geld spart

1 September 2009 von Julian Kommentieren »

Beim Umhersurfen im World Wide Web habe ich folgende Seite entdeckt, die ich wahnsinnig interessant finde: Grüne Logistik.

Laut Wikipedia ist Logistik zunächst die Lehre der ganzheitlichen Organisation, Steuerung, Bereitstellung und Optimierung von Prozessen der Güter-, Informations-, Energie-, Geld- und Personenströme in einem System“ (Quelle)

Das ist vermutlich jedem so oder zumindest so in etwa klar. Grüne Logistik geht jedoch noch weiter:

Grüne Logistik ist die ganzheitliche Transformation von Logistik-Strategien, -Strukturen, -Prozessen und -Systemen in Unternehmen und Unternehmensnetzwerken zur Schaffung umweltgerechter und ressourcenschonender Logistikprozesse. Das Zielsystem der „grünen“ Logistik verfolgt, über ein Gleichgewicht von ökonomischer und ökogischer Effizienz, die Schaffung eines nachhaltigen Unternehmenswertes.“ (Quelle)

Ich finde dieses Thema extrem interessant. Hier ein kleines Beispiel, welches sich auch auf der oben genannten Seite findet: Eine Fallstudie von Ikea.

Bei Ikea hatte man das Problem erkannt, dass viele Produkte einen geringen Wert aufweisen, jedoch in Relation dazu ein hohes Verpackungsvolumen innehaben und anteilig daran überproportional hohe Transportkosten verursachen.

In der Fallstudie wird dies anhand von den Glimma Teelichtern erklärt, die bis dato einfach zu je 100 Stk. in Plastiksäcke abgefüllt wurden. Das Problem: Bei dieser Methode wird verhältnismäßig viel Luft mittransportiert, was den Gesamtraumnutzungsgrad natürlich mindert.

Der erste Schritt (zugegebenerweise habe ich beim Lesen der Fallstudie auch gedacht, dass das nicht besonders innovativ war) war, die Teelichter ordentlich aufzureihen, zu je 4×5 pro Ebene etc. Das Ergebnis (trotz der wirklich minimalen Änderung) schon hervorhebbar: Statt 250 Säcken konnte man auf diese Art und Weise 360 Pakete auf eine einzige Ladeeinheit manövrieren, d.h. ein Zuwachs von rund 30%.

Glimma

Dadurch wurde die Anzahl der notwendigen Paletten von 60.000 auf gut 42.000 reduziert. Das daraus entstehende Problem: Die Ladeeinheiten wurden mit zunehmender Beladung entsprechend schwerer. Bei optimaler Raumnutzung auf einem LKW überschritt das Gesamtgewicht die zulässige Marke.

Die Lösung: Die Einführung von Gruppenlieferanten („cluster supplier“), die von verschiedenen Lieferanten verschiedene Produkte erhalten und die mit Teelichtern befüllten LKW’s mit leichten aber großvolumigen Ladeeinheiten auffüllen.

Das Gruppenlieferanten-System musste danach noch in die Distributionsstruktur der Glimma Teelichter implementiert werden, so dass am die Anlieferung am Ende sogar „shop ready“ war. Erstaunlich –finde ich – wie so geringe Änderungen im Endeffekt so massive Auswirkungen haben können:

· Steigerung der Nutzung von Transportressourcen von Ikea und seinen Partnern um 30%

· resultierend mehr Platz in den Lagerhäusern, der für andere Produkte genutzt werden kann

· die neue Verpackung erleichtert dem Kunden die Handhabung der Produkte im Laden

· Einfachere Versorgung von Ikea Standorten durch mehr oder weniger verkaufsbereite Anlieferung

· weniger Geräuschentwicklung und Emmissionen durch etwa 400 40-Fuss Container weniger auf den Straßen

· Weniger Verpackung führt auch zu weniger Verpackungsabfällen

· und natürlich Kostenersparnis

Den Link zur Fallstudie gibts hier.

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