Grüne Logistik – Die 10 wichtigsten Fragen!

1 März 2010 von Julian Kommentieren »

Die Informationen und Aussagen dieses Artikels stammen aus der aktuellen Ausgabe des Logkompass. Der Text stammt von Claudius Semmann.

Logkompass

Regelmäßige Besucher meines Blogs haben sicherlich schon mitbekommen, dass ich mich sehr für das Thema „Grüne Logistik“ interessiere; um mit so mehr Aufmerksamkeit habe ich besagten Artikel gelesen. Da ich ihn nicht finden konnte, möchte ich hier noch einmal die Kernaussagen zusammenfassen. Den Logkompass kann ich nur empfehlen. Ein Jahresabo kostet derzeit 136€, allerdings ist ein Abo in einer Mitgliedschaft der Bundesvereinigung Logistik enthalten. Die Mitgliedschaft in der BVL, die ich im Übrigen auch wärmstens empfehlen kann, kostet für Studenten 25€ pro Jahr.

1. Warum setzen Firmen „Grüne Logistik“ so weit oben auf die Agenda?


  • Aufgrund verschärfter Umweltauflagen,
  • durch den Druck der Verbraucher, die verstärkt verantwortungsbewusstes Handeln erwarten,
  • um den Kostenfaktor CO2-Emission zu vermeiden und
  • weil grüne Produkte eine Wettbewerbsdifferenzierung darstellen.

2. Müssen Unternehmen mit hohen finanziellen Einbußen rechnen, wenn sie nicht auf den Trend reagieren?

Ja, und zwar aufgrund von

  • Kostensteigerungen (z.B. zusätzlicher Ankauf von CO2 Zertifikaten), die sich insbesondere auf global agierende Unternehmen auswirken werden, die viele Beschaffungsmärkte nutzen und hohe Liefergeschwindigkeiten haben und
  • dem Ausbleiben von Gewinnen, wenn Kunden mangeldes Engagement bestrafen und zur Konkurrenz wechseln

3. Wird nachhaltige Logistik schon gelebt?

In Ansätzen schon, wobei sie bei der Mehrheit der Unternehmen noch auf strategischer Ebene verharrt. Ein Grund hierfür könnte die schwierige Messung des Erfolgs sein.

4. Was setzt ein Green Supply Chain Management voraus?

Ausgeschlossenheit gegenüber neuer Formen der Zusammenarbeit.

5. Was kommt auf die Beschaffung zu?

Einkäufer müssen die Kette von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling im Blick haben; sie werden zu einer Art Umweltmanager

6. Wie sieht ein praktikables Messinstrument aus, welches auch Kosteneffekte bewertet?

Ein Beispiel sind Entropieansätze, d.h. die Messung von Emissionen auf Grundlage physikalischer Wirkungsprinzipien – und zwar realitätsnah. Einmal gemessen ist der Hebel für Effizienzsteigerungen gesetzt.

7. Welche Wissenslücken sind noch zu füllen?

Firmen müssen Umweltschutz mit Kennzahlen belegen. Ebenfalls ist offen, wie ein grünes Logistiklabel auf Produkten aussehen wird.

8. Welche Konsequenz hat „Kopenhagen“ für Logistiker?

Keine, wobei das nicht bedeutet, dass der Druck kleiner geworden ist. Die Unsicherheit hemmt allerdings Investitionen und Innovationen.

9. Kann der Klimawandel doch ausfallen?

Nein! Um eine Chance (!) zu wahren, eine gefährliche Störung des Klimasystems zu vermeiden, müssen bis 2020 die Treibhausgas-Emissionen um 40% im Vergleich zu 1990 sinken. Wenn dem nicht so ist, könnte die Temperatur bis 2100 um 7 Grad Celsius steigen.

10. Sind höhere Temperaturen wirklich so schlimm?

Für Nordeuropäer sicherlich eher weniger, allerdings schon für Areale, die bereits heute mit Dürren zu kämpfen haben. Stiege bis zum Jahr 2100 der Meeresspiegel um mehr als einen Meter, würde das gleichbedeutend sein mit Überschwemmungen, Seuchen und schwindenden Trinkwasservorräten.

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