Gruene Logistik – Wie Apple zur Messlatte fuer Unternehmen werden koennte

19 Januar 2010 von Julian Kommentieren »

Wie ich bereits in meinem Artikel über Joint Forecasting geschrieben habe, sehen sich Unternehmen in den letzten Jahren sich immer schneller verändernden Rahmenbedingungen ausgesetzt.


Das fängt beim Thema Sourcing an, also bei Fragestellungen wie „Wo kaufen wir Materialien oder Dienstleistungen in ausreichender Qualität zu einem gerechtfertigten Preis ein?“. Auch der Bereich der Lagerung hat in den letzten Jahren eine Veränderung erfahren. Moderne Logistiksysteme versuchen, Bestände durch Informationen zu ersetzen und mit Methoden wie Just-in-Time und Just-in-Sequence ihren Materialfluss zu optimieren. Hier ist festzuhalten, dass es sich längst nicht mehr als tragfähig erweist, den Fokus bei seinen Bemühungen nur auf das eigene Unternehmen zu richten. Wichtig ist vielmehr, dass die gesamte Supply-Chain optimal arbeitet, damit kein Beteiligter auf der Strecke bleibt und Auswirkungen auf die Folgestufen haben könnte. Doch mittlerweile gibt es einen neuen Trend in der Logistk, nämlich die Umweltverträglichkeit des eigenen Logistiksystems! Der Logistiksektor hat einen Anteil von 14% (!) an den weltweiten CO2-Emissionen. Unternehmen schlagen sich mit Ausgleichszahlungen für die Umweltbelastung herum und Klimaschützer kritisieren (zu Recht!) diesen Zustand. Deshalb wird es immer notwendiger, sich mit dem Thema der grünen Logistik auseinander zu setzen:

„Grüne Logistik ist die ganzheitliche Transformation von Logistikstrategien, -strukturen, -prozesen und -systemen in Unternehmen und Unternehmensnetzwerken zur Schaffung umweltgerechter und ressourceneffizienter Logistikprozesse. Das Zielsystem der grünen Logistik verfolgt, über ein Gleichgewicht von ökonomischer und ökologischer Effizienz, die Schaffung eines nachhaltigen Unternehmenswertes“ (Balkan Tufan Cetinkaya).


Grüne Logistik

Quelle: www.greenlogistics.org

Das moderne Unternehmen muss sich in einem Spannungsdreieck zwischen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaftlichkeit bewegen. Es wirken mehrere Einflussfaktoren auf das Unternehmen ein:

  • Der Staat (Regulierungen),
  • Kunden und Konsumenten (stetig wachsendes Bewusstsein und Interesse am Kauf von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen),
  • Mitarbeiter (Arbeit in einem umwelt- und sozialverantwortlichen Unternehmen),
  • die Gesellschaft (immer stärker werdende Forderung nach Unternehmensverantwortung, „Corporate Social Responsibility“) und
  • das Unternehmen selbst (Beschäftigung mit der Thematik)

Scheinbar lässt sich auf fünf verschiedenen Ebenen ansetzen, um Maßnahmen im Bereich der Umwelt zu erwirken, nämlich

  • Kunde, Markt und Produkt (1)
  • Strukturen und Planung (2)
  • Prozesse, Steuerung und Messung (3)
  • Technologien und Ressourcen (4) sowie
  • Mitarbeiter, Lieferanten und Dienstleister (5)

Die Ebenen sind sequenziell zu verstehen, d.h. sie beeinflussen sich gegenseitig. Bestimmt das Unternehmen auf der ersten Ebene eine gewisse Dimensionierung der Produktverpackung, dann hat das Auswirkungen auf die Anzahl von Produkten pro Palette und damit indirekt auch auf die Anzahl von Transportmitteln, die notwendig sind, um die Produkte ihrem Endbestimmungsort zuzuführen.

Ein Paradebeispiel dafür, wie sich der Fokus auf Nachhaltigkeit nicht nur kostenreduzierend, sondern auch förderlich auf das Image auswirken kann, ist die Firma Apple: Tool ist hier Lebenszyklusanalyse.

Grüne Logistik

Quelle: www.apple.com/environment

Beginnend mit der Produktion, die 38% der CO2-Emissionen verursacht, stellt Apple auf seiner Environment-Seite fest, dass aufgrund des schmaleren Designs und der materialsparenden Bauweise heutige iMacs (die übrigens sowohl eine Gold-Zertizierung von EPEAT als auch ein Energy-Star-5.0 Zertifikat haben) im Vergleich zu den iMacs der ersten Generation etwa 55% weniger Material in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass pro eine Million produzierte iMacs etwa 7.200 Toyota Prius eingespart worden sind. Des Weiteren legt Apple wert auf die Giftfreiheit ihrer Produkte:

Grüne Logistik

Quelle: www.apple.com/environment

Hinzu kommt noch, dass durch „responsible manufacturing“ und Audits bei den Lieferanten die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter optimal gehalten werden sollen.

Und um noch einmal zur grünen Logistik, dem eigentlichen Kernthema dieses Beitrags zurückzukommen, sei gesagt, dass Apple seit 2006 die Verpackung für das Macbook Pro 13“ um 41% verkleinert hat. So kann Apple 50% mehr Produkte auf eine Palette laden und spart damit 747 Flugzeuge pro 32.000 verschiffter MacBooks!

Grüne Logistik

Quelle: www.apple.com/environment



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