Die FMEA (Failure Mode and Effects Analysis), zu deutsch Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse ist eine formalisierte Methode, um mögliche Probleme, d.h. Fehler in Systemen oder Prozessen sowie deren Risiken bereits vor ihrem Eintreten systematisch zu analysieren und zu erfassen.
Man ist bemüht, diese Fehler möglichst früh zu erkennen und zu lokalisieren, damit Risiken gemindert oder ganz vermieden werden können. Kosten für eine Gewährleistung oder sogar ein Imageverlust für das Unternehmen kann so entgegengewirkt werden. Tatsächlich kann eine FMEA sogar die Entwicklungszeit für ein neues Produkt verkürzen.
Um diese Ziele zu erreichen, müssen im Rahmen einer FMEA Schwachstellen identifiziert und deren Risiko abgeschätzt werden – ist das erfolgt, so kann das Produktkonzept verbessert werden (was dann die Entwicklungszeit verkürzt).
Man bedient sich dreier Risikoprioritätskennzahlen, die jeweils von einer Skala von 1 bis 10 (wobei 1 = niedrig und 10 = hoch) angeben,
- wie schwerwiegend die Fehlerfolge ist,
- wie hoch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Fehlers ist und
- wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine Entdeckung des Fehlers ist.
Zu Ermittlung dieser drei Kennzahlen erfolgt zunächst eine organisatorische Vorbereitung. Es werden Prozesse ausgewählt, die getestet werden sollen. Danach folgen die inhaltliche Vorbereitung und die Durchführung der Analyse. Zu diesem Zeitpunkt kann man den aktuellen Stand der Kennzahlen bestimmen. Der nächste Schritt ist dann die Auswertung der Analyseergebnisse und das Ableiten von Maßnahmen zur Reduktion der Kennzahlen.
In diesem Zusammenhang sei die „rule of ten“ genannt, welche besagt, dass sich die Kosten der Fehlerbeseitigung ständig mit einem Faktor zehn multiplizieren, je weiter man von der Entwicklung weggeht und je näher man an den Produkteinsatz kommt.
Würde die Beseitigung eines Fehlers z.B. in der Definitionsphase entdeckt, dann wären die „Kosten“ einer Beseitigung (spekulativ) etwa 10 Cent. Wird dieser Fehler erst bei der Fertigung entdeckt, so sind die Kosten bereits bei 10 Euro. Entdeckt man den Fehler erst beim Einsatz des Produktes, so haben sich die Kosten bereits auf 100 Euro gestreckt. Diese Zahlen sind natürlich nicht als Absolute zu verstehen, deutlich wird jedoch: Je später ein Fehler entdeckt wird, desto höher sind die Kosten seiner Beseitigung. Deshalb ist die Anwendung von FMEA‘s nützlich bei der Fehlerreduktion und Kostenvermeidung.







